DataGrillen 2019

Einmal im Jahr treffen sich internationale IT-Spezialisten in Lingen im Emsland zu einer zweitägigen Konferenz. In diesem Juni darf ich, Torsten Ahlemeyer, die arelium GmbH auf dieser Veranstaltung vertreten. An Fortbildung auf diesem hohen Niveau bin ich stets interessiert und außerdem gab es für mich gleich noch einen anderen Grund sich viele der Angebote anzusehen: Für Dezember habe ich als IT-Berater und Projektleiter die Zusage für meinen ersten Sprechereinsatz auf einer großen Konferenz erhalten. Auf den IT-Tagen 2019 in Frankfurt am Main werde ich über das Thema „Die Algorithmen hinter Xing, Facebook und Navigationsgeräten mit dem SQL Server nachgebaut“ referieren. Aus beiden Gründen kam da eine so stark besetzte Veranstaltung mit 50 Vorträgen in 5 parallelen Sessions und 200 Fachbesuchern gerade recht. Hervorgegangen aus dem ehemaligen „SQL-Grillen“ hat sich die Veranstaltung, die mittlerweile unter dem Namen „DataGrillen“ firmiert, thematisch etwas breiter aufgestellt und besteht neben den traditionellen Datenbankvorträgen auch aus Referaten aus Gebieten wie „künstliche Intelligenz“, „Cloud Computing“ oder auch „Security“.

Sprachbarriere kein echtes Hindernis beim Netzwerken

Neben den fachlich versierten Vorträgen darf bei einem solchen Event der direkte und persönliche Austausch mit Gleichgesinnten nicht zu kurz kommen. Wann hat man schonmal die Gelegenheit mit Kollegen aus der ganzen Welt auch nach dem offiziellen Programm noch gemeinsam beim Grillabend eine Cola zu trinken oder das Deutsche Reinheitsgebot am praktischen Beispiel zu erklären und dabei die spannendsten Geschichten aus dem täglichen Datenwahnsinn zum Besten zu geben? Schnell ergeben sich so sowohl private Freundschaften als auch berufliche Bekanntschaften, die sich später als sehr wertvoll erweisen können.

Internationale Ausrichtung der Referenten

Ist man als IT-Berater im Alltag durchaus gewohnt ein Handbuch auf Englisch zu lesen oder im Internet in Originalsprache zu recherchieren, ist es auf Konferenzen in Deutschland allgemein so, dass die meisten Vorträge in der Muttersprache gehalten werden. Für die wenigen Ausnahmen reicht in der Regel ein in Form gehaltenes Schulenglisch, um nach der ersten Stunde wieder im Fluss zu sein. In Lingen stellte sich die Situation leicht anders dar. Schon bei der Buchung fielen die außergewöhnlich vielen Flaggen auf, mit denen die Einträge im Stundenplan als englischsprachig gekennzeichnet waren. Auf dem Hotelparkplatz verfestigte sich der Eindruck dann noch. Aufgrund der geografischen Nähe gab es viele Besucher und auch einige Speaker aus den Niederlanden. Diese sprechen in der Regel ein hervorragendes und leicht verständliches Englisch. Zumindest letzteres kann man als Mitteleuropäer nicht mehr sagen, wenn auf den bärtigen Referenten aus Schottland eine Pausenunterhaltung mit einem BI-Spezialisten aus Asien folgt. Gemeinsam geht man dann in nächsten Vortrag, der von einem schnellredenden US-Amerikaner gehalten wird, auf den ein stark keltisch geprägter Ire folgt. Spätestens bei der Vortragenden aus Indien ist das Gehirn dann sehr dankbar für eine ausgiebige Mittagspause. Der Spezialist mit der weitesten Anreise kam aus Neuseeland.

Für Besucher kostenfrei

Die komplette Veranstaltung inklusive des Grillabends wird durch Sponsoren finanziert, die tagsüber mit kleinen Ständen ihr Angebot präsentieren. Auch hier ergeben sich schnell wertvolle Kontakte. Viele Besucher, Sprecher und Sponsoren kennen sich schon seit Jahren und treffen sich regelmäßig auf derartigen Events, so dass man von einer funktionierenden Community sprechen kann, in der man sich gegenseitig unterstützt. Einen soclhen Wissenstransfer für eigene Mitarbeiter über herkömmliche, kostenpflichtige Schulungen abbilden zu wollen, wäre für viele kleinere Unternehmen und freie Berater finanziell nicht abbildbar. Auf der anderen Seite erreichen die Sponsoren auf derartigen Events genau ihre Zielgruppe und haben ungewöhnlich geringe Streuverluste.

Volles Programm auch für Ersttäter

Als erstes Highlight genoss ich den Vortrag „Applying Agile in Business Intelligence“ worauf das eher technische Thema „SQL on Docker“ folgte. Vor der Mittagspause des ersten Tages ging es dann zum zweiten Newbie-Beitrag dieses Tages. Wie schon der Niederländer Jeroen Bosems mit dem Eröffnungsvortrag hat auch Dirk Hondong seine Nervosität im Griff gehabt und souverän sein Referat „Dat kannse zwa so machen, aber dann isset…“ abgeliefert. Die Veranstalter hatten einen vollständigen Slot an Neueinsteiger im Job des Referenten vergeben, so bekamen insgesamt sieben Ersttäter ihre Auftritts-Chance. Mit „Designing an Impactful KPI Scorecard in Power BI“ des US-Amerikaners Reid Havens und „You can run SQL Server an AWS?“ von John Mccormack ging der erste Tag dann in die Grill-Verlängerung.

Hochkarätiges und abwechslungsreiches Angebot

Auf den offiziellen Vorlesungsplan des zweiten Tages hatte ich mir „The Microsoft Power Platform – What is it?“ des Wiener BI-Spezialisten Wolfgang Strasser ebenso wie „3 ways to bring Power BI under Source Control“ von Craig Porteous gesetzt. Nach dem Mittagessen folgte dann ein eher weniger technisches Thema. „Uhms and Bunny Hands: Tips for Improving Your Presentation Skills“ der quirligen Cathrine Wilhemsen, einer sehr erfahrenen Sprecherin aus Norwegen, war in vielen Punkten ein absolutes Highlight. Mit „Power BI Report design Tips and Tricks“ der Inderin Prathy Kamasani und „SQL Server Security Basics“ von Uwe Ricken ging dann auch der zweite Tag schnell zu Ende.

Fazit

Mein abschließendes Urteil zu den zwei Tagen in Lingen: „sehr anstrengend aber mindestens genauso interessant. Das Netzwerk wurde mit spannenden Kollegen ausgebaut und die Lernkurve verlief steil nach oben. Daher nehme ich im nächsten Jahr gerne wieder teil – vielleicht sogar als Referent!“

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